4月13日 第一次做饭

13. April: Mein erstes Kocherlebnis

Amonad schrieb, dass sie am Sonntag geschäftlich nach Kyoto kommt und fragte, ob wir uns treffen könnten. Ich schlug vor, zusammen essen zu gehen. Ursprünglich dachte ich daran, draußen etwas zu essen, doch mittags sagte ich ihr: Ich gehe einkaufen und koche bei mir im Studentenwohnheim.

Amonad war schon letztes Jahr in Kyoto und besuchte dort eine Sprachschule. Dass ich hierher gekommen bin, ist tatsächlich von ihr inspiriert. Wir kennen uns aus Dali, wo sie auf Reisen war und bei meiner Wanderung teilgenommen hat. So wurden wir Freunde und hatten auch danach gelegentlich Kontakt. Dieses Jahr wechselte sie nach Tokio auf eine andere Sprachschule. Ihre Mitschüler, Qiu und A-Dong, trafen wir letztes Jahr im April in Tokio beim gemeinsamen Abendessen.

Ich bin am 9. April eingezogen und habe noch nie richtig gekocht, bin noch dabei, die Umgebung kennenzulernen. Heute wollte ich endlich anfangen zu kochen, und sah zufällig Travor in der Gemeinschaftsküche beim Kochen. Ich fragte ihn, wo er einkauft – ich kannte bisher nur Fresco, aber dort schienen die Gemüsepreise ziemlich hoch. Er freute sich und erzählte mir, dass es ganz in der Nähe einen viel günstigeren Supermarkt gibt, teilweise sogar halb so teuer. Vor die Tür, links abbiegen, dann an der ersten Kreuzung wieder links, ganz nah.

Tatsächlich fand ich den Supermarkt, vor dem kleine Gurken im Angebot waren: Sechs Stück für unter 6 Yuan (110 Yen), wirklich günstig.

Ich kaufte 2 kg Reis für 100 Yuan, 1 kg Öl für 30 Yuan, eine Flasche Sojasoße für 20 Yuan, drei Zwiebeln für 10 Yuan, Sojasprossen für 5 Yuan, 100g Hackfleisch für 14 Yuan, fünf Sorten Fisch-Sashimi für 60 Yuan. Und noch ein paar andere Sachen.

Insgesamt ist der Reis ziemlich teuer mit 25 Yuan pro Jin, da Reisimport in Japan hohe Zölle und Quoten hat, um die heimische Landwirtschaft zu schützen. Gemüse ist etwas teurer, Schweinefleisch ebenfalls. Dafür gibt es Fleisch ziemlich oft in Bento-Boxen, Gemüse ist eher rar, besonders grünes Blattgemüse – zehn Yuan reichen gerade für eine kleine Portion, im Bento gibt es davon meist gar nichts. Am nächsten Tag kochte ich nochmal und briet einen Teller voll frischem grünen Gemüse, von dem ich etwas an die taiwanesische Studentin Ginny weitergab, die gerade ihr Essen aufwärmte. Sie ist sehr introvertiert, fast so, als wolle sie keine Angebote annehmen, um nicht in unnötige Beziehungen zu geraten, aber sie lehnte nicht ab: „Niemand kann einem Teller frisch gebratenen grünen Blattgemüses widerstehen.“

Selbst zu kochen vertieft das Kennenlernen eines Ortes enorm – man muss zum Supermarkt oder Markt gehen und einkaufen, das bleibt viel stärker im Gedächtnis als nur ein kurzer Blick in den Laden.

Gegen fünf Uhr, ich war gerade am Kochen, kam Amonad und klingelte. Sie sagte gleich beim Hereinkommen: „Hier ist es ja großartig! Ich bin vom Bahnhof her gelaufen, so schön hier.“ Sie besichtigte mein Zimmer und meinte: „Im Vergleich zu Tokio ist der Raum hier wirklich großzügig.“ Beim Thema Lebensmittelpreise sagte sie, dass in Tokio alles viel zu teuer sei, besonders Gemüse und Obst, da kann man kaum zugreifen. In Kyoto sei es viel besser, da kann man schon mal einkaufen. Mein Mitbewohner, der Deutsche Noah, meinte: „In Kyoto macht es kaum einen Unterschied, ob man auswärts isst oder selbst kocht. In Deutschland hingegen kann man sich das Essen im Restaurant fast gar nicht leisten.“

Wir kochten und unterhielten uns dabei. Ich sagte: „Du siehst richtig gesund aus!“ Sie strahlte tatsächlich voller Lebensfreude.

„In Japan geht es mir einfach gut“, sagte sie. „Aber heute am Bahnhof Ueno-Park hatte ich ein Erlebnis: Vor mir stand eine Frau aus China, die zurücktrat und mir beinahe auf den Fuß stieg. Sie sagte weder Entschuldigung noch sonst etwas, sondern warf mir einen bösen Blick zu.“

„Stimmt, wenn die Menschen um einen herum ständig defensiv oder aggressiv sind, kann das die Stimmung wirklich vermiesen, so eine Kleinigkeit kann den ganzen Tag ruinieren“, stimmte ich ihr zu. „Wahrscheinlich haben die Leute in China einfach viel Stress.“

„Die Japaner haben aber auch ziemlich viel Stress.“

„Dann liegt es wohl doch an der Mentalität.“

Wir träumten ein wenig davon, vielleicht eines Tages gemeinsam an der Sprachschule in Kanazawa zu lernen – eine traditionsreiche, schöne und bezahlbare Stadt.

Ich bereitete Zwiebel-Fleischbällchen zu, gebratene Sojasprossen, gedämpfte Frühlingsbambus-Fleischpastete, leider hatte ich zu wenig grünes Blattgemüse gekauft.

Nach dem Essen, es war etwa sieben Uhr und es wurde langsam dunkel, brachte ich Amonad zum Bahnhof, damit sie zurück nach Kobe fahren konnte – die Ferienwohnungen in Kyoto sind aktuell einfach zu teuer. Sie wohnt in Kobe, mit dem Zug sind es nur zwanzig Minuten. Draußen regnete es, wir gingen mit dem Schirm los. Der Bahnhof war überraschend nah, nur fünf bis sechs Minuten zu Fuß. Wir sahen auch den Bach draußen, er heißt „Arisugawa“, wie es auf einer kleinen Brücke namens Saigūbashi geschrieben steht – ein wirklich schöner Name. Die Bahn kam nach sieben, acht Minuten, hielt kurz mit zwei, drei Wagen und fuhr dann wieder ratternd davon. So nah, nur fünf bis sechs Minuten zu Fuß. Wir sahen auch den Bach draußen, er heißt „Arisugawa“, wie es auf einer kleinen Brücke namens Saigūbashi geschrieben steht – ein wirklich schöner Name. Die Bahn kam nach sieben, acht Minuten, hielt kurz mit zwei, drei Wagen und fuhr dann wieder ratternd davon.

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